Seilzüge mit Riesenkraft - Hallenkrane mit hoher Flexibilität
Handling & Logistik, Ausgabe 3/2007
 
   

Seilzüge mit Riesenkraft - Hallenkrane mit hoher Flexibilität



Bei der Erweiterung der Produktionshalle des Wärmetauscher­-Produzenten Heatric wurden die beiden neuen Zweitträger­brückenkrane mit jeweils 30 t Nutzlast mit Elektroseilzügen von SWF Krantechnik ausgestattet. Die Hebezeuge mit 15 bzw. 30 Tonnen Nutzlast lassen sich auch im Tandembetrieb einsetzen.

 

Das britische Unternehmen Hea­tric Ltd. mit Sitz in Poole, Dorset ist ein weltweit agierender Fachbe­trieb in Sachen Wärmetauscher für die petrochemische Industrie. Fast alle namhaften Konzerne der Ölbranche haben Heatric Produkte im Einsatz. Die gute Auftragslage der 1990 gegründeten Firma for­derte nun eine Erweiterung der Produktionsfläche und somit auch die Vergrößerung der bestehenden Hallen. Seit über 10 Jahren wird Heatric von dem unabhängigen Kranbauprofi Granada Material Handling aus Rochdale, Lancas­hire, bei Hebetechnik und intemer Logistik betreut. So wurde auch die Konzeption und Umsetzung von zwei 30 Ton­nen und zwei 60 Tonnen Brüc­kenkranen bei Granada in Auftrag gegeben. Die beiden 30 Tonnen Zweiträgerbrückenkrane laufen auf einer separaten Kranbahn neben den zwei 60 Tonnen Anla­gen. Die Spannweiten betragen 13 und 15 Meter. Alle Brücken wur­den jeweils mit zwei Elektroseil­zügen Nova von SWF Krantech­nik, Mannheim ausgestattet.

 

Eine Großlastanzeige visualisiert ständig die aktuelle Last am HakenDiese Vernetzung ermöglicht das elektronische HubwerküberwachnungsSystem Nova-Master, welches zudem weitere Vorteile für den Anwender bietet. Die aktuelle Last am Haken wird ständig überwacht und per Großlastanzeige für den Kranführer visualisiert.

 

Elektronische Überwachung

Die 15 Tonnen bzw. 30 Tonnen Hebezeuge sind in der Gruppe untereinander vernetzt und können so im Tandembetrieb eingesetzt werden. Dies gilt auch für die jeweils zwei Kranbrücken im Ver­bund. Sollte eines der Hubwerke seinen Dienst versagen werden alle anderen aus Sicherheitsgründen automatisch gestoppt. Diese Vernetzung ermöglicht das elektronische Hubwerkübelwachnungs-System NovaMaster, welches zudem wei­tere Vorteile für den Anwender bie­tet. Die aktuelle Last am Haken wird ständig überwacht und per Großlastanzeige für den Kranführer visualisiert. Am Steuerschalter erscheinen die Werte zusätzlich in einem LCD Display. Ebenso Anga­ben zur sicheren Betriebszeit, dem Zustand der Bremsen, der Anzahl von Starts und Stops und die ebenso ständig übelwachte Temperatur der Hubmotoren.

 

Moderne und bei SWF standardmä­ßig verwendete Frequenzumrichter­technologie sorgt bei der Katz- und Kranfahrt für ein stufenloses und somit schonendes Verfahren der angehängten Lasten. Ein zusätzlich installierter Infrarot Antikollisions­schutz verhindert den Zusammen­stoß der Kranbrücken. Sobald die Anlagen im Tandembetrieb genutzt werden ist nur ein Steuerschalter aktiv, um eine Fehlsteuerung mit der zweiten Tafel auszuschließen.

 

Das um 20 Me­ter erweiterte Gebäude hat nun eine Länge von 60 Metem. Die vorhande­nen Krane samt Kranbahn wurden in die Erweiterung der Halle inte­griert. Einzig die Stromversorgung für alle Krane wurde seitens Granada neu installiert. Die Traglasten der alten Hebezeuge liegen jedoch bei zehn Tonnen und 30 Tonnen, sodass diese zwar auf den neuen Kranbahnabschnitt auffahren kön­nen, umgekehrt die neuen, schwe­reren Brücken aber nicht in den alten Bereich fahren können. End­schalter sichern die rechtzeitige Abschaltung der neuen Kranbrüc­ken. Interessant ist auch, dass Heatric seine Produkte nach Gewicht preislich festlegt und entsprechend verkauft. Daher wurde die elektro­nische Wiegeeinrichtung auf eine maximale Toleranz von einem Pro­zent auf die aktuelle Last am Haken kalibriert.

 

Infrarot­Antikollisionsschutz

Die Kranbrücken sind zudem mit einer durchgehenden Serviceplatt­fom am Haupträger für die sichere Begehung ausgestattet. 400 Watt Scheinwerfer an der Unterseite der Krane sorgen für eine gleichmäßige Beleuchtung der Arbeitsfläche auf dem Boden, auch wenn der Kran direkt unter einem Lichtband zum stehen kommt.

 

Die größtmögliche Raumausnut­zung war unter anderem auch ein Argunent für die Mannheimer Elektroseilzüge Nova, welche durch Ihre überaus kompakten

Baumaße eine dichte Anordnung der Kranbrücke an der Hallen­decke erlaubt. Um die Hebezeuge jedoch vor der Konvektionswärme der Deckenheizung zu schützen ­- sollte einmal ein Kran direkt dar­unter längere Zeit zum Stehen kommen - wurde über den Lauf­katzen ein hitzeabweisendes Schutzschild installiert.
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