Von Laufkatzen und Reitpferden
f+h Fördern+Heben, Ausgabe 9/2007
  Ein zehn Meter langer Stahlträger an der De­cke des OP-Bereichs dient als Kran­bahn für einen Elektro-Kettenzug Typ SKB mit einer Tragfähig­keit von 1000 kg der SWF Kran­technik GmbH, Mannheim.
   
Von Laufkatzen und Reitpferden

Unter einer Tierarztpraxis stellen sich viele eine kleine, aber feine Praxis für die vier- oder zweibeini­gen Lieblinge von Frauchen und Herrchen vor, wo neben Hunden und Katzen auch Mal ein Hase oder Meerschwein aufgrund von Be­schwerden ärztliche Hilfe erfählt. Dann wird der Freund des Men­schen mit moderner Medizintech­nik und Medikamenten von sei­nem Leid befreit. Das geschieht meist im Beisein des Tielfreunds direkt im Behandlungszimmer des Veterinärs. Was aber tun, wenn ein Patient in der Größe eines ausge­wachsenen Pferdes behandelt wer­den muss? Und dann auch noch so, dass die Behandlung unter Narko­se vonstatten geht?

 

Die Tierarztpraxis Eichhäuser Hof im Bad Rappenauer Ortsteil Bonfeld hat sich auch auf die Be­handlung größere Tiere eingerich­tet. Dr. Almuth von Scheven ist routinierte Vererinärin, gerade wenn es sich um Pferde handelt. Um die bis zu 1000 kg schweren Vierbeiner auch im narkotisierten Zustand von der gepolsterten Einschlaf­- und gleichzeitigen Aufwachbox in den Operationsraum zu transpor­tieren, greift Dr. von Scheven auf einen Kleinkran zurück. Ein zehn Meter langer Stahlträger an der De­cke des OP-Bereichs dient als Kran­bahn für einen Elektro-Kettenzug Typ SKB mit einer Tragfähig­keit von 1000 kg der SWF Kran­technik GmbH, Mannheim. Die Stromzuführung findet per Flach­kabel statt. Ein Balancer hält den Steuerschalter in einer für den Bediener gut erreichbaren Position. Mit einem Schiebefahrwerk lässt sich das angehängte Tier von dem i. d. R zweiköpfigen Operati­onsteam problemlos und scho­nend von einem Raum zum ande­ren bewegen. Die Montage sowie Wartung der Krananlage über­nahm der Industrieausrüster Carl Stahl aus Neckarsulm im Rahmen einer Austauschaktion eines in die Tage gekommenen Kettenzugs.

 

Im Eichhäuser Hof stehen neben dem OP-Bereich acht weitere Bo­xen zur stationären Behandlung von Pferden zur Verfügung. Im Fal­le eines operativen Eingriffs wird der Patient in einer speziell gepols­terten Box narkotisiert. Der Boden dieses Bereichs ist mit rutschhem­menden Gummimatten belegt, um die Verletzungsgefahr zu minimie­ren. Nachdem die Narkose wirkt, wird das Tier mit Lastschlingen an den Fesseln gesichert und sanft an­gehoben. Diese, auf den ersten Blick schmerzhafte Behandlung, ist in Wirklichkeit eine schonende Methode, um ein schlafendes Tier zu bewegen. Nach dem Transport in den Operationsraum wird das Pferd auf dem höhenverstellbaren OP-Tisch abgelegt und behandelt. Nach dem Eingriff wiederholt sich der Transportvorgang zurück in die gepolsterte Box, wo das Tier unter ständiger Beobachtung aus der Narkose aufwacht. Das Team um Dr. von Scheven behandelt mithilfe dieses Transportsystems durch­schnittlich zwei Pferde pro Woche.

SWF Krantechnik GmbHBoehringer Str. 4D-68307 Mannheim
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