Als es darum ging, bei einem britischen Unternehmen mit Sitz im Süden Englands bestehende Produktionshallen zu erweitern, brauchte man auch vier neue Brückenkrane. Diese stammen von SWF.
Das britische Unternehmen Heatric Ltd. mit Sitz in Poole, Dorset, ist ein weltweit agierender Fachbetrieb in Sachen Wärmetauscher für die petrochemische Industrie. Fast alle namhaften Konzerne der ÖIbranche haben Heatric-Produkte im Einsatz. Die gute Auftragslage der 1990 gegründeten Firma forderte nun eine Erweiterung der Produktionsfläche und somit auch die Vergrößerung der bestehenden Hallen.
Seit über 10 Jahren wird Heatric von dem unabhängigen Kranbauprofi Granada Material Handling aus Rochdale, Lancashire, bei Hebetechnik und interner Logistik betreut. So wurde auch die Konzeption und Umsetzung von zwei 30 Tonnen- und zwei 60-Tonnen Brückenkranen bei Granada in Auftrag gegeben. Die beiden 30-Tonnen-Zweiträgerbrückenkrane laufen auf einer separaten Kranbahn neben den zwei 60- Tonnen-Anlagen. Die Spannweiten betragen 13 und 15 Meter. Alle Brücken wurden jeweils mit zwei Elektroseilzügen Nova von SWF Krantechnik, Mannheim, ausgestattet. Die 15 Tonnen- beziehungsweise 30 Tonnen-Hebezeuge sind in der Gruppe untereinander vernetzt und können so im Tandem betrieb eingesetzt werden. Dies gilt auch für die jeweils zwei Kranbrücken im Verbund. Sollte eines der Hubwerke seinen Dienst versagen, werden alle anderen aus Sicherheitsgründen automatisch gestoppt. Diese Vernetzung ermöglicht das elektronische Hubwerk-Überwachungssystem NovaMaster, das zudem weitere Vorteile für den Anwender bietet. Die aktuelle Last am Haken wird ständig überwacht und per Großlastanzeige für den Kranführer visualisiert. Am Steuerschalter erscheinen die Werte zusätzlich in einem LCD-Display. Ebenso Angaben zur sicheren Betriebszeit (SWP), dem Zustand der Bremsen, der Anzahl von Starts und Stopps und die gleichfalls ständig überwachte Temperatur der Hubmotoren.
Moderne und bei SWF standardmäßig verwendete Frequenzumrichtertechnologie sorgt bei der Katz- und Kranfahrt für ein stufenloses und somit schonendes Verfahren der angehängten Lasten. Ein zusätzlich installierter Infrarot-Antikollisionsschutz verhindert den Zusammenstoß der Kranbrücken. Sobald die Anlagen im Tandembetrieb genutzt werden, ist nur ein Steuerschalter aktiv, um eine Fehlsteuerung mit der zweiten Tafel auszuschließen.



Das um 20 Meter erweiterte Gebäude hat nun eine länge von 60 Metern. Die vorhandenen Krane samt Kranbahn wurden in die Erweiterung der Halle integriert. Einzig die Stromversorgung für alle Krane wurde seitens Granada neu installiert. Die Traglasten der alten Hebezeuge liegen jedoch bei 10 und 30 Tonnen, sodass diese zwar auf den neuen Kranbahnabschnitt auffahren können, umgekehrt die neuen, schwereren Brücken aber nicht in den alten Bereich fahren können, Endschalter sichern die rechtzeitige Abschaltung der neuen Kranbrücken.
Interessant ist auch, dass Heatric seine Produkte nach Gewicht preislich festlegt und entsprechend verkauft. Daher wurde die elektronische Wiegeeinrichtung auf eine maximale Toleranz von ± 1 Prozent auf die aktuelle Last am Haken kalibriert. Die Kranbrücken sind zudem mit einer durchgehenden Serviceplattform am Hauptträger für die sichere Begehung ausgestattet. 400-W-Scheinwerfer an der Unterseite der Krane sorgen für eine gleichmäßige Beleuchtung der Arbeitsfläche auf dem Boden, auch wenn der Kran direkt unter einem Lichtband zum Stehen kommt.
Die größtmögliche Raumausnutzung war unter anderem auch ein Argument für die Mannheimer Elektroseilzüge Nova, die durch ihre überaus kompakten Baumaße eine dichte Anordnung der Kranbrücke an der Hallendecke erlaubt. Um die Hebezeuge jedoch vor der Konvektionswärme der Deckenheizung zu schützen - sollte einmal ein Kran direkt darunter längere Zeit zum Stehen kommen -, wurde über den Laufkatzen ein Hitze abweisendes Schutzschild installiert.