Kraneinsatz für Wärmetauscher
f+h Fördern+Heben, Ausgabe 7-8/2007
  Hohe Lasten erfordern Tandembetrieb der eingesetzten Brückenkrane
   
Kraneinsatz für Wärmetauscher

Hohe Lasten erfordern Tandembetrieb der eingesetzten Brückenkrane. Änderungen im Produktspektrum haben ebenso wie Markteinflüsse Auswirkungen auf die im Fertigungs­prozess eingesetzten Geräte und Ma­schinen. Im konkreten Fall stellte sich bei der Heatric Ltd. mit Sitz in Poole / Großbritannien die Frage: Wie auf die gute Auftragslage reagieren? Mit dem Ausbau der vorhandenen Hallen hat das Unternehmen die Antwort gegeben. Die am Standort Poole ge­fertigten Produkte, hierbei handelt es sich um Wärmetauscher, stellen an die zum Einsatz kommende Kran­technik hohe Anforderungen.

Die Heatric Ltd. ist ein weltweit agierender Fachbetrieb in Sachen Wärmetauscher für die petrochemische Industrie. Fast alle namhaften Konzerne der Ölbranche haben Produkte des Unternehmens im Einsatz. Die gute Auftragslage machte nun eine Er­weiterung der Produktionsfläche und somit auch die Vergrößerung der vorhandenen Hallen erforderlich. Seit mehr als zehn Jahren wird Heatric von dem Kranbauunternehmen Granada Material Handling aus Rochdale in Sachen Hebetechnik und interne Logistik betreut. Was lag also näher, als auch die Konzeption und Realisierung des Erweiterungsprojekts in die Hände des bekannten Partners zu le­gen? Gesagt, getan - und so hat Heatric zwei 30-t- und zwei 60-t-Brückenkrane bei Gra­nada in Auftrag gegeben.  

Vorhandenen Raum vollständig ausgenutzt
Die 30-t-Zweiträger-Brückenkrane laufen auf einer separaten Kranbahn neben den 60-t-Anlagen. Die Spannweiten betragen 13 und 15 m. Alle Brücken wurden jeweils mit zwei Elektro-Seilzügen NOVA der SWF Krantechnik GmbH, Mannheim, ausgestattet. Die 15-t- bzw. 30-t-Hebezeuge sind in der Gruppe untereinander vernetzt und lassen sich so im Tandembetrieb einsetzen. Dies gilt auch für die jeweils zwei Kranbrücken im Verbund. Sollte eines der Hubwerke sei­nen Dienst versagen, werden alle anderen aus Sicherheitsgründen automatisch ge­stoppt. Diese Vernetzung ermöglicht das elektronische Hubwerksüberwachungssys­tem "NovaMaster", das die aktuelle Last am Haken ständig überwacht und per Groß­lastanzeige für den Kranführer visualisiert. Am Steuerschalter werden die Werte zusätzlich in einem LCD-Display angezeigt. Ebenso Angaben zur sicheren Betriebszeit (SWP), dem Zustand der Bremsen, der An­zahl Start/Stopps und die ständig über­wachte Temperatur der Hubmotore.

Die größtmögliche Raumausnutzung war u.a. auch ein Argument für die Wahl der Elektro-Seilzüge NOVA, die durch ihre kom­pakten Baumaße eine unmittelbare Anord­nung der Kranbrücke unter der Hallendecke erlaubten. Um die Hebezeuge vor der Konvektionswärme der Deckenheizung zu schützen, haben die Konstrukteure über den Laufkatzen ein Hitze abweisendes Schutzschild vorgesehen.

Standardmäßig verwendete Frequenz­umrichter schaffen die Voraussetzungen für ein stufenloses und somit schonendes Ver­fahren der angeschlagenen Last. Ein zusätz­lich installierter Infrarot-Antikollisions­schutz verhindert den Zusammenstoß der Kranbrücken. Sobald die Werker die Anla­gen im Tandembetrieb nutzen, ist nur ein Steuerschalter aktiv, um eine Fehlsteuerung auszuschließen. Zur Ausstattung der Krane gehört ferner eine elektronische Wagetech­nik, mit der sich die angeschlagene Last exakt erfassen lässt.

Die Kranbrücken verfügen am Hauptträ­ger über eine durchgehende Serviceplatt­form. 400-W-Scheinwerfer an der Untersei­te der Krane stellen eine gleichmäßige Be­leuchtung der Arbeitsfläche auf dem Hal­lenboden sicher.

Das um 20 m erweiterte Gebäude hat nun eine Länge von 60 Metern. Die vorhande­nen Krane inkl. Kranbahn wurden in die Er­weiterung der Halle integriert. Nur die Stromversorgung für alle Krane hat das Kranbauunternehmen neu installiert.

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