Hohe Lasten erfordern Tandembetrieb der eingesetzten Brückenkrane. Änderungen im Produktspektrum haben ebenso wie Markteinflüsse Auswirkungen auf die im Fertigungsprozess eingesetzten Geräte und Maschinen. Im konkreten Fall stellte sich bei der Heatric Ltd. mit Sitz in Poole / Großbritannien die Frage: Wie auf die gute Auftragslage reagieren? Mit dem Ausbau der vorhandenen Hallen hat das Unternehmen die Antwort gegeben. Die am Standort Poole gefertigten Produkte, hierbei handelt es sich um Wärmetauscher, stellen an die zum Einsatz kommende Krantechnik hohe Anforderungen.
Die Heatric Ltd. ist ein weltweit agierender Fachbetrieb in Sachen Wärmetauscher für die petrochemische Industrie. Fast alle namhaften Konzerne der Ölbranche haben Produkte des Unternehmens im Einsatz. Die gute Auftragslage machte nun eine Erweiterung der Produktionsfläche und somit auch die Vergrößerung der vorhandenen Hallen erforderlich. Seit mehr als zehn Jahren wird Heatric von dem Kranbauunternehmen Granada Material Handling aus Rochdale in Sachen Hebetechnik und interne Logistik betreut. Was lag also näher, als auch die Konzeption und Realisierung des Erweiterungsprojekts in die Hände des bekannten Partners zu legen? Gesagt, getan - und so hat Heatric zwei 30-t- und zwei 60-t-Brückenkrane bei Granada in Auftrag gegeben.
Vorhandenen Raum vollständig ausgenutzt
Die 30-t-Zweiträger-Brückenkrane laufen auf einer separaten Kranbahn neben den 60-t-Anlagen. Die Spannweiten betragen 13 und 15 m. Alle Brücken wurden jeweils mit zwei Elektro-Seilzügen NOVA der SWF Krantechnik GmbH, Mannheim, ausgestattet. Die 15-t- bzw. 30-t-Hebezeuge sind in der Gruppe untereinander vernetzt und lassen sich so im Tandembetrieb einsetzen. Dies gilt auch für die jeweils zwei Kranbrücken im Verbund. Sollte eines der Hubwerke seinen Dienst versagen, werden alle anderen aus Sicherheitsgründen automatisch gestoppt. Diese Vernetzung ermöglicht das elektronische Hubwerksüberwachungssystem "NovaMaster", das die aktuelle Last am Haken ständig überwacht und per Großlastanzeige für den Kranführer visualisiert. Am Steuerschalter werden die Werte zusätzlich in einem LCD-Display angezeigt. Ebenso Angaben zur sicheren Betriebszeit (SWP), dem Zustand der Bremsen, der Anzahl Start/Stopps und die ständig überwachte Temperatur der Hubmotore.
Die größtmögliche Raumausnutzung war u.a. auch ein Argument für die Wahl der Elektro-Seilzüge NOVA, die durch ihre kompakten Baumaße eine unmittelbare Anordnung der Kranbrücke unter der Hallendecke erlaubten. Um die Hebezeuge vor der Konvektionswärme der Deckenheizung zu schützen, haben die Konstrukteure über den Laufkatzen ein Hitze abweisendes Schutzschild vorgesehen.
Standardmäßig verwendete Frequenzumrichter schaffen die Voraussetzungen für ein stufenloses und somit schonendes Verfahren der angeschlagenen Last. Ein zusätzlich installierter Infrarot-Antikollisionsschutz verhindert den Zusammenstoß der Kranbrücken. Sobald die Werker die Anlagen im Tandembetrieb nutzen, ist nur ein Steuerschalter aktiv, um eine Fehlsteuerung auszuschließen. Zur Ausstattung der Krane gehört ferner eine elektronische Wagetechnik, mit der sich die angeschlagene Last exakt erfassen lässt.
Die Kranbrücken verfügen am Hauptträger über eine durchgehende Serviceplattform. 400-W-Scheinwerfer an der Unterseite der Krane stellen eine gleichmäßige Beleuchtung der Arbeitsfläche auf dem Hallenboden sicher.
Das um 20 m erweiterte Gebäude hat nun eine Länge von 60 Metern. Die vorhandenen Krane inkl. Kranbahn wurden in die Erweiterung der Halle integriert. Nur die Stromversorgung für alle Krane hat das Kranbauunternehmen neu installiert.